Schröpfen bei offenen Wunden
Ulcus, Dekubitus (offenes Bein, offene Wunden) Druck- und Scheuerflächen (Prothesenträger)
Dank der heutigen modernen Medizin wird unsere Bevölkerung immer älter. Diese erfreuliche Tatsache
bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass auch die Menschen gesünder sind. Gerade im fortgeschrittenen
Alter kommen Probleme durch längere Bettlägerigkeit, weniger Bewegung und nicht mehr so
widerstandsfähige Haut hinzu.
Dekubitus (offene Wundstelle) ist eine Schädigung der Haut durch anhaltende lokale Druckeinwirkung.
Dadurch wird die Durchblutung stark eingeschränkt und führt zu einer Anhäufung toxischer
Stoffwechselprodukte im Gewebe. In diesem Zustand können sich die Zellen nicht regenerieren und
hieraus entstehen dann Probleme.
Ein Dekubitus entsteht bevorzugt über Knochenvorsprünge eben da, wo wenig Muskel- und
Unterhautfettgewebe vorhanden ist. Es kann lebensbedrohende Formen annehmen. Hier möchte ich Ihnen
mit Schröpfen eine Möglichkeit zeigen, mit der bereits im Anfangsstadium eine Soforthilfe bzw.
wirkungsvolle Prophylaxe erzielt werden kann.
Die Ausheilung eines Dekubitus zieht sich nicht selten über Monate hin und erfordert vor allem
Konsequenz und viel Geduld.
Betroffene leiden zudem noch oft an vielen frustrierenden Erfahrungen, da im Allgemeinen die
Dekubitusbehandlung mit zahlreichen unterschiedlichen Mitteln und Methoden durchgeführt wird.
Unabdingbar ist daher ein klares Behandlungskonzept.
Patienten, die längere Zeit bettlägerig sind machen die Erfahrung beim Schröpfen, dass Schmerzen
schnell zu lindern sind und eine rasche Heilung eintreten kann. Schon bei der ersten Anwendung , oft
bereits nach 10 Minuten, lässt der Schmerz nach. Nach einigen Tagen der Schmerzfreiheit kann jedoch
der Schmerz wieder auftreten. Den Schröpfvorgang dann wiederholen. Nach ca. 1-2 Wochen heilt die
wunde Hautstelle und es löst sich dabei die dunkle abgestorbene Hautschicht wie eine Verhornung von
selbst ab. Sie ist ausgetrocknet. Man sieht, dass sich unter dieser Schicht eine gesunde Haut gebildet hat.
In Deutschland leiden weit über 1 Mio. Personen an einem offenen Bein (Ulcus cruris). Ein offenes Bein
kann Ausdruck von verschiedenen Krankheiten sein. Über 90% aller Fälle haben ihre Ursache in
Erkrankungen der Gefäße. Häufigste Ursache das Ulcus cruris venosum (offenes Bein bei Krampfadern).
Die Schröpftherapeutische Anwendungen erfolgen zunächst in einer gewissen Entfernung zum
Entzündungsherd, da erfahrungsgemäß auch das umliegende Gewebe mitgeschädigt ist. Empfehlenswert ist
hier, mit passenden Schröpfköpfen um den Entzündungsherd herum zu schröpfen - das umliegende Gewebe
wird dadurch entgiftet.
Erst danach nehme man einen Schröpfkopf in passender Größe, welcher direkt über der offenen
Hautstelle aufgesaugt wird. Wichtig hierbei: Wählen Sie einen Schröpfkopf, der groß genug ist,
um die Entzündung oder das Geschwür komplett abzudecken. Die Ränder des Schröpfkopfes
sollten auf gesundem Gewebe aufliegen.
Geschröpft wird in Intervallen, d. h. der Schröpfkopf wird angesaugt und der Unterdruck bleibt für
einige Minuten stehen. Dann kann das Vakuum mittels Druckventil reduziert oder durch erneutes Ansaugen
wieder verstärkt werden.
Anwendungsdauer 1 - 2 x jew. ca. 30 Min. Bei schmerzempfindlichen Personen empfiehlt es sich, mehrere
Anwendungen mit geringerem Saugeffekt, der langsam erhöht wird, durchzuführen.

